Smartphone Nutzer die ihr Smartphone nicht direkt vom Hersteller oder Onlineshops sondern über Mobilfunkprovider kaufen, müssen oft mit einem Provider-Branding auf dem Smartphone leben. Insbesondere Android Smartphones sind von den Anpassungen durch die Provider betroffen. Für das Sony Xperia Z3 findet sich nachfolgend die Anleitung zum Entfernen des Provider-Brandings.
Mobilfunkprovider-Brandings sind so eine Sache. Sie reichen vom simplen Logos beim Starten bis zu sinnlosen Messaging-Apps die tief in das System verankert sind und die Benutzerfreundlichkeit stören. Wer damit nicht leben will, kann unter Android das ursprüngliche vom Smartphone Hersteller entwickelte OS aufspielen.
Die hier vorgestellte Schritt für Schritt Anleitung bezieht sich auf ein Sony Xperia Z3 mit T-Mobile Branding, kann jedoch für andere Provider wie Vodafone, O2 oder eplus ebenfalls angewendet werden. Leser die noch einen Schritt weiter gehen möchten, können anschließend CyanogenMod auf dem Sony Xperia Z3 installieren.
Mobilfunkprovider-Branding beim Sony Xperia Z3 entfernen
Das Entfernen des Brandings bringt mehrere Vorteile. Erstens wird die ganze Bloatware vom Provider entfernt. So lässt sich die von T-Mobile tief im System verankerte joyn Messanger-App nur schwer deaktivieren. Zweitens erhält der Nutzer vom Hersteller freigegebene Systemupdates deutlich schneller, da der Provider als weitere Instanz wegfällt. Vor dem Durchführen der Anleitung sei an dieser Stelle erwähnt, dass keine eine Garantie für die Richtigkeit der Anleitung übernommen wird. Ebenfalls erfolgt das Durchführen auf eigene Verantwortung und es wird keine Haftung für möglichen Schäden am Smartphone übernommen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Gewährleistung oder Garantie dabei erlischt.
Wichtig! Durch das Flashen werden alle Daten auf dem Smartphone gelöscht. Erstellt vorher ein Backup aller wichtigen Daten auf eurem Xperia Z3.
Schritt 1: Sony Software downloaden
Die Anleitung wird auf einem Mac durchgeführt, die meisten Schritte sind unter Windows identisch. Vor dem Start wird die PC Companion Anwendung für Windows oder Bridge for Mac benötigt. Diese herunterladen und installieren.
Schritt 2: Flashtool downloaden
Als weitere Software wird Flashtool benötigt. Die Anwendung steht für Windows, OS X und Linux zur Verfügung und erlaubt das Flashen von Systemimages auf das Sony Xperia Z3. Bei Problemen mit der Installation von Flashtool hilft ein Blick in die FAQs.
Schritt 3: Sony Xperia Z3 Image downloaden
Zum Flashen wird ein Android Image benötigt, dass kein Provider-Branding enthält. Sony stellt dieses Images nicht direkt zur Verfügung. Über Flashtool können Images jedoch nicht nur eingespielt, sondern zwischenzeitlich auch heruntergeladen und erstellt werden. So haben Nutzer, die ein Xperia Z3 ohne Provider Bloatware besitzen, Images von ihren Smartphones gezogen und stellen diese anderen zur Verfügung. Die Images für Flashtool haben immer die Endung .ftf und wurden von Flashtool verifiziert.
Das Image kann also direkt über Flashtool bezogen werden. Dazu muss über den Reiter Devices die Option für Check Updates aufgerufen werden.
Im nachfolgenden Fenster wird das Sony Xperia Z3 aus der Liste der Sony Smartphones ausgewählt. Im Menü geht es immer mit einem Doppelklick weiter.
Anschließend muss das Gerät für den jeweiligen Markt ausgewählt werden. Für Deutschland ist es das D6603. Mit einem Doppelklick wird die Version für Deutschland ausgewählt. Anschließend noch einmal per Doppelklick die Version bestätigen und warten, bis der Download beendet wurde. Hier ist etwas Geduld angebracht, da über 1 GB an Daten heruntergeladen wird.
Trotz schneller Internetverbindung (120 Mbit/s) hat der Download bei mir gute 20 Minuten gedauert. Hier dürften die Server auf der Gegenseite nicht die schnellsten sein.
Schritt 4: Firmware erstellen
Sobald der Download erfolgreich beendet wurde, erscheint folgendes Fenster.
Alle Dateien auf der linken Seite müssen auf die rechte Seite kopiert werden. Anschließend auf Create klicken.
Auch das Erstellen des Images nimmt einige Zeit in Anspruch. Wieder ist etwas Geduld gefragt. Sobald das Image erstellt wurde, wird folgender Hinweis ausgegeben.
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Schritt 5: USB Debugging einschalten
Zudem muss für das Sony Xperia Z3 der USB Debugging Modus eingeschaltet werden. Das wird über die Einstellungen in Android vorgenommen.
Im Menü System befindet sich die Entwickleroptionen. In diesen muss der USB-Debugging Modus aktiviert werden.
Anschließend sollte das Xperia Z3 mit dem Computer verbunden werden. Der Hinweis über den RSA Fingerprint muss ebenfalls akzeptiert werden.
Schritt 6: Flashen starten
Befindet sich das Xperia Z3 im Debugging Modus und wurde dieser vom Flashtool erkannt, kann mit dem Flashen begonnen werden. Dazu über den blauen Blitz das entsprechende Menü aufrufen.
Anschließend Flashmode als Vorgang auswählen.
Wurde das Image über Flashtool erstellt, ist im nächsten Fenster kein Image auszuwählen. Ein Klick auf Flash und der Vorgang wird gestartet.
Schritt 7: Sony Xperia Z3 in Flashmode versetzen
Flashtool verlangt, dass das Sony Xperia Z3 in den Flashmode versetzt wird. Es wird auch grafisch angezeigt, wie der Flashmode aufgerufen werden kann, jedoch ist die Anleitung veraltet, da der Zurück-Knopf bei ausgeschaltetem Gerät nicht funktioniert. Um das Xperia Z3 in den Flashmode zu versetzen, muss wie folgt vorgegangen werden:
- Gerät vom USB-Kabel trennen
- Gerät ausschalten
- Lautstärketaste runter (also zum leise Stellen) drücken und gedrückt halten
- Sofort das Gerät per USB-Kabel verbinden
Flashtool erkennt den erfolgreich eingeleiteten Flashmode automatisch und startet anschließend das Flashen.
Wieder ist etwas Geduld angebracht, bei mir hat der Vorgang etwa 15 Minuten gedauert. Der erfolgreiche Vorgang wird im Log mit einem Hinweis quittiert.
Auch der anschließende Neustart dauerte ungewöhnlich lang (mehrere Minuten), hier also nicht in Panik geraten.
Persönliche Meinung
Wie der Sony Xperia Z3 Test zeigt, ist das Smartphone ein hervorragendes Stück Technik, dass durch die Bloatware von T-Mobile etwas an Benutzerfreundlichkeit verliert. Eins muss man an diese Stelle Apple zugutehalten. Tiefe Eingriffe oder Privider-Brandings lässt der Hersteller aus Cupertino bei seinen Smartphones nicht zu. Dadurch wird sichergestellt, dass die Benutzerfreundlichkeit, die letztendlich auf den Hersteller zurückfällt, nicht unter den Faxen der Provider leidet. Die Vorteile von Android können auch zum Nachteil für das OS werden.
Geek, Blogger, Consultant & Reisender. Auf seiner Detail-Seite findest du weitere Informationen über Benjamin. In seiner Freizeit schreibt Benjamin bevorzugt über Technik-Themen. Neben Anleitungen und How-To’s interessieren Benjamin auch Nachrichten zur IT-Sicherheit. Sollte die Technik nicht im Vordergrund stehen, geht Benjamin gerne wandern.