10 Dinge, die du über einen VPN nicht wusstest
Ein VPN oder Virtual Private Network ist ein bemerkenswert nützliches Werkzeug für jeden, der online geht. Vereinfacht dargestellt ist ein VPN ein Tunnel, in dem Daten verschlüsselt zwischen dem VPN-Client und dem VPN-Server übertragen werden.
Durch die Verschlüsselung sieht eine Webseite die ursprüngliche Herkunft und IP-Adresse eines Nutzers nicht. Auch der Internet Provider sieht nicht, welche Webseiten ein Nutzer aufruft. Ihr wollt genau wissen, was ein VPN ist? Alle Fragen findet ihr im ausführlichen Beitrag dazu.
10 Dinge, die du über einen VPN nicht wusstest
Das Interesse an einem VPN Anbieter steigt stetig. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur. Einige Nutzer möchten sich der steigenden Überwachung entziehen. Andere möchten Dienste nutzen, die nur im Ausland verfügbar sind oder die Internet Verbindung in einem öffentlichen WLAN schützen.
Aber was kann ein VPN wirklich? Es gibt viele Verwendungsmöglichkeiten und vielleicht auch einige, von denen ihr nichts wusstet. Deshalb findet ihr in diesem Beitrag einige Anwendungsfälle und Funktionen, für die ein VPN gut ist.
Tracking durch den Internet Provider vermeiden
Internet Provider sehen alles, was die Kunden im Internet machen. In einigen Ländern wie den USA ist es sogar erlaubt, Daten zum Surfverlauf, Standortdaten oder die Nutzung von Apps zu sammeln und zu verkaufen. Neben Werbung lässt sich mit den erkauften Daten auch Schaden anrichten.
Neben der Einrichtung eines DNS wie Cloudflare 1.1.1.1 hilft ein VPN dabei, wirklich anonym gegenüber dem Internet Provider zu sein. Der Internet Provider sieht zwar, dass der Kunde online ist und die Verbindung mit einem VPN verschlüsselt. Welche Webseiten besucht werden oder welche Apps ebenfalls online sind, lassen sich bei aktivem VPN nicht mehr erfassen.
Gleichzeitig kann ein Internet Provider nicht bestimmten Traffic ausbremsen. Der Internet Provider sieht nicht, ob der Kunde über Netflix ein Video stream, ein Update herunterlädt oder über Torrent einen Download macht.
Mit einem VPN lässt sich aller Internet Traffic auf dem Computer, Tablet und Smartphone für die Augen des Internet Providers verschlüsseln. Die VPN Sicherheit wird im verlinkten Post ausführlich besprochen.
Online-Shopping aus der Ferne
Noch immer zeigen Online-Shops unterschiedliche Inhalte je nach Herkunftsland des Kunden an. Ihr seid im Urlaub und möchtet bei eurem bevorzugen etwas Online-Händler bestellen? Die Ware soll bei euch zu Hause anzukommen, wenn ihr zurückkommt? Wenn ihr auf die Website des Online-Händlers geht, landet ihr immer auf dessen länderspezifische Website.

Mit einem VPN könnt ihr euren Standort in das Heimatland verschieden und die Bestellung aufgeben, als ob ihr zu Hause seid. Durch einen VPN-Server mit deutscher IP-Adresse erhaltet ihr Zugriff auf die deutsche Webseite und könnt nach Lust und Laune einkaufen.
Zugriff auf ein Heimnetzwerk
Viele Nutzer haben zu Hause entweder einen Desktop-Computer oder NAS mit einer vielfältigen Sammlung von Dateien und Daten, beispielsweise für Arbeits-, Privat- und Unterhaltungszwecke.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Daten über das Internet zugänglich zu machen. Die Sicherste ist die Einrichtung eines VPN, der euch in das Heimnetzwerk “tunnelt”. Damit stehen euch und auch nur euch die Daten zur Verfügung. Euer Computer verhält sich durch den VPN so, als ob er im heimischen Netzwerk wäre. Das ist deutlich sicherer als eine Dateifreigabe mit Benutzername und Passwort über das Internet.
Sicherheit in öffentlichen WLANs
Selbst im konservativen Deutschland verbeiten sich öffentliche WLANs mehr und mehr. Vom Café um die Ecke über Hotels, Flughäfen, Bibliotheken oder Schulen. Überall steht der Zugang zur Verfügung. Überall lauern Gefahren. Denn ein öffentliches WLAN ist für alle offen.
Leider ist es nicht besonders schwierig, diesen drahtlosen Netzwerkverkehr abzufangen. Zu Hause haben Router ein Passwort und verwenden Verschlüsselungsprotokolle wie WPA2, um den Verkehr sicher zu halten. Öffentliche WLAN Hotspots bieten jedoch einen völlig offenen Zugang für jedermann und verwenden entweder ein gemeinsames Passwort oder in vielen Fällen gar kein Passwort.
Wenn ihr ein unsicheres WLAN-Netzwerk verwendet, ist es ratsam, ein VPN zu verwenden und die Daten zu verschlüsseln. Abgefangene Daten sind dann verschlüsselt und für einen Angreifer unbrauchbar. Sollte ein modernes Sicherheitsprotokolle wie WPA2 von schweren Fehlern betroffen sein, bietet eine VPN-Verbindung auch in diesem Fall einen zusätzlichen Schutz.
Dabei gibt es unterschiedliche Optionen. Die meisten Nutzer greifen zu einem kostenpflichtigen VPN-Anbieter. Diese bieten die größte Leistung und sind für verhältnismäßig wenig Geld zu bekommen. Auch ein kostenloser VPN kann eine Option sein. Alternativ kann man auch einen eigenen VPN bauen, beispielsweise über einer FRITZ!Box.

Datenschutz beim Sammeln von Informationen über Webseiten
Jede Webseite sammelt Daten. Viele Daten. Auch RandomBrick.de sammelt Daten. Beispielsweise über Google Analytics um zu verstehen, welche Seiten für euch, die Besucher, wichtig und relevant sind.
Webseiten benötigen die gesammelte Daten auch für Werbung. Teilweise werden Nutzer dann über die IP-Adresse erkannt und erhalten dann über die IP-Adresse personalisierte Werbung.
Ihr sucht etwas bei Amazon und seht anschließend den Artikel in Werbeanzeigen auf anderen Webseiten? Genau das ist personalisierte Werbung.
Über einen VPN lässt sich diese Personalisierung teilweise unterbrechen. Durch das Ändern der IP-Adresse funktioniert dieses Merkmal zur Identifizierung nicht mehr. Allerdings nutzen Werbenetzwerke weitere Merkmale um Nutzer zu erkennen.
Die Frage ist: Stört personalisierte Werbung? Zudem benötigen kostenlose Webseiten wie RandomBrick.de die Werbeeinnahmen um sich finanzieren zu können.
Anonyme Downloads
Peer-to-Peer-Downloads oder Torrents werden immer beliebter. Natürlich können diese zwar für illegale urheberrechtsverletzende Downloads verwendet werden, aber es gibt auch viele legale Anwendungsfälle, wie das Herunterladen einer Linux-Distribution oder Open-Source-Software wie LibreOffice, eine Open-Source Alternative zu Microsoft Office.
Diese Downloads werden durch Torrent-Tracker überwacht. Das sind Überwachungssysteme, die im Laufe der Zeit eine wahre Fundgrube an Informationen über die Benutzer sammeln können. Während die offensichtlichste Sorge darin besteht, dass die Torrent-Daten an die Behörden der Strafverfolgung weitergegeben werden, lassen sich die Informationen der Torrent-Tracker auch einfach an den Höchstbietenden verkaufen.
Da diese Art der Datenerfassung ausschließlich auf IP-Adressen basiert, ist die Verwendung eines Torrents über ein VPN die einfachste und effektivste Lösung, um mögliche Probleme zu vermeiden.
Dabei gibt es noch den einen besten VPN. Vor dem Kauf muss für jeden Anwendungsfall betrachtet werden, ob der VPN-Dienst diese Funktionen auch bietet. Beispielsweise erlauben nicht alle Anbieter Torrent-Traffic.
Campus-Anbindung
Unabhängig davon, ob es sich bei dem Campus um eine Hochschule oder einen Arbeitgeber handelt. Beide Unternehmen verfügen über eine große Anzahl von Computerressourcen, von denen die Studenten oder Mitarbeiter profitieren können.
Aber auch Universitäten und Unternehmen müssen ihre wertvollen Daten schützen, weshalb jeder Fernzugriff außerhalb des Campus angemessen geschützt werden sollte. Dabei hilft ein VPN. In diesen Fällen sind die Daten nur via VPN von außen zugänglich.
Streaming blockierter Inhalte
Geo-Blocking, auch bekannt als Geo-Beschränkung, bezieht sich auf die Blockierung von Internetinhalten aufgrund des Standorts eines Benutzers. Dies geschieht häufig bei Fernsehsendungen oder Filmen, so dass beispielsweise der Zugang zum BBC iPlayer für Personen außerhalb Großbritanniens gesperrt ist. Aus Lizenz-rechtlichen Gründen blockieren Webseiten VPNs.
Diese Blockaden können jedoch auch zahlende Nutzer treffen. Beispielsweise beim Urlaub im Ausland. Plötzlich stehen die heimischen Streaming-Angebote nicht mehr zur Verfügung. Netflix zeigt nur noch die ausländischen Serien, die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sowie der privaten Sender sind vollständig gesperrt.
Ein VPN mit Servern im entsprechenden Land kann das Problem lösen. Darauf ist beim Kauf eines VPN zu achten. Bietet der VPN-Anbieter Server Standorte an, die für euch wichtig sein? Beispielsweise dem Heimatland?

Traffic Shaping verhindern
Traffic Shaping, auch bekannt als Packet Shaping bezeichnet das Analysieren und Verarbeiten von Datenpakete durch den Internet Provider. Das klingt jetzt erst einmal nicht schlimm. Beim Traffic Shaping werden die Datenpakete durch den Internet Provider so angepasst, dass diese der erwarteten Leistung und Qualität entsprechen.
Dabei können auch Datenpakete kurz zurückgehalten werden, um beispielsweise die Menge der permanent durch fließenden Pakete konstant zu halten. Einen Schritt weiter geht das Traffic Policing, dabei werden nicht konforme Datenpakete einfach verworfen.
Traffic Shaping und Policing schließen sich gegenseitig nicht aus und können auch zur Bandbreitenbegrenzung genutzt werden. Und zwar nicht für den ganzen Anschluss sondern auf Anwendungsebene. Beispielsweise zum Drosseln von Torrent- oder Netflix-Traffic.
Bei einem VPN wird der Datenverkehr verschlüsselt, so dass er sich dieser Art der Analyse entzieht und somit jede Geschwindigkeitsdrosselung vermieden wird.
Hacker umgehen
Ein Firewall wurde entwickelt, um böswillige Angreifer und Traffic aus einem Netzwerk auszusperren. Egal ob auf einem Router, extra Firewall-Server oder direkt auf dem Computer, ein Firewall filtert auf die IP-Adresse eingehenden Traffic.
Hacker finden ein Netzwerk über die IP-Adresse. Kommt ein VPN zum Einsatz, sehen Hacker die IP-Adresse des VPN-Servers und nicht die des Heimnetzwerks. Damit ist ein VPN eine zusätzliche Ebene um sich gegen Hacker zu schützen.
Weitere Informationen zu VPNs:
- Es gibt einen sehr ausführlichen Beitrag, mit dem gesammelten VPN Wissen, das ihr benötigt.
- Zudem wird der Unterschied zwischen VPN und Proxy erklärt.
- Und der Unterschied zwischen VPN und Tor wird ebenfalls erklärt.
- Abschließend wird überlegt, ob sich ein VPN und Tor zusammen nutzen lassen und ob das die Sicherheit verbessert.

Geek, Blogger, Consultant & Reisender. Auf seiner Detail-Seite findest du weitere Informationen über Benjamin. In seiner Freizeit schreibt Benjamin bevorzugt über Technik-Themen. Neben Anleitungen und How-To’s interessieren Benjamin auch Nachrichten zur IT-Sicherheit. Sollte die Technik nicht im Vordergrund stehen, geht Benjamin gerne wandern.